In allen DC dVET Mitgliedsländern wurden entweder bereits zusätzliche Mittel zur Linderung der COVID-19-Krise in den Partnerländern zur Verfügung gestellt oder es laufen derzeit Diskussionen, ob und wie zusätzliche Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt werden sollen. Hierbei findet auch die Berufsbildung Berücksichtigung bzw. soll in Zukunft berücksichtigt werden. Eine Übersicht über die konkreten Massnahmen auf verschiedenen Ebenen oder Reaktionen der Projekte finden Sie im Folgenden:

Austrian Development Agency (ADA): Die ADA reagiert im Moment primär damit, dass Projekte und Programme rasch und flexibel an die neue Situation angepasst werden – auch im Bereich der (Berufs-)-Bildung. Dabei steht insbesondere die kurzfristige Flexibilität im Vordergrund, da zukünftige Entwicklungen nur sehr schwierig abzuschätzen sind und zudem stark vom jeweiligen Länder- und Projektkontext abhängen. Zusätzlich werden bei der ADA auch Mittel für spezifische, COVID-19-bezogene Projekte freigegeben.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): BMZ finanziert derzeit ein weltweites COVID-19-Nothilfeprogramm im Wert von mehr als einer Milliarde Euro, das aus eigenen Mitteln umgeleitet wird. Bildung ist ein wichtiger Bestandteil des Programms und wird systematisch in verschiedene Themenbereiche integriert: d.h. im Kontext von Vertreibung und Migration, wo das BMZ die Fortsetzung der Bildung und die Ausweitung der WASH-Maßnahmen in Programmen zur Förderung von Bildung und beruflicher Bildung unterstützt. Darüber hinaus stärkt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die bestehenden Programme für Berufsbildung und Beschäftigungsförderung, um sicherzustellen, dass die Auszubildenden nicht aufgrund der Krise aus der Kompetenzentwicklung aussteigen. Über die Sonderinitiative für Ausbildung und Schaffung von Arbeitsplätzen trägt das BMZ zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und Investitionen bei und fördert zunehmend digitale Maßnahmen zur Fortsetzung der Ausbildung und Kompetenzentwicklung in seinen Partnerländern.

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA): Die DEZA ist, zusammen mit ihren Implementierungspartnern daran, ihre Berufsbildungsprojekte den neuen Gegebenheiten anzupassen und ggf. neu auszurichten, um zur Überwindung der Krise und deren schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen beizutragen. Ausserdem werden neue Projekte und Beiträge gutgeheissen, die die Krise direkt adressieren. Um die Berufsbildungsprojekte bestmöglich zu unterstützen, stehen die Vertretungen im engen Kontakt mit den thematischen Beratern der Zentrale, sowie im gegenseitigen Austausch. Neben einer ausführlichen thematischen Seite zum Thema Berufsbildung und COVID 19, die laufend aktualisiert wird, werden – basierend auf den Bedürfnissen der Vertretungen und Projekte – verschiedene Austausche im Netzwerk Arbeit und Einkommen, Beratungen, sowie Webinare angeboten, die teilweise auch für externe Fachpersonen zugänglich sind. Die Dokumentation der Webinare, wie auch der Community of Practice zu ICT4VET ist ebenfalls über die genannte Seite abrufbar. Bei Interesse am thematischen Austausch mit der Fachgemeinschaft der DEZA und deren Partnern bitte über folgenden Link registrieren: https://dgroups.org/sdc/vocaskills/join.

Liechtensteinischer Entwicklungsdienst (LED): Anfang April wurde im Rahmen einer Reihe von Zeitungsartikeln beschrieben, wie sich die aktuelle Krise auf die Arbeit des LED in den Partnerländern auswirkt und wie die Koordinationsbüros und Projekte in Bolivien, Moldau und Simbabwe mit der Situation umgehen. Auch wenn die Ausgangslagen in den drei Ländern sehr unterschiedlich sind, haben sich überall die Prioritäten geändert und Projekte müssen umgeplant werden. In der Republik Moldau, wo der Schwerpunkt des LED auf dem Thema (Berufs-)Bildung liegt, kann jedoch auf den Arbeiten der letzten Jahre aufgebaut werden: Eines der Projekte unterstützt die Lehrer beim sinnvollen Einsatz von digitalen Instrumenten und wird entsprechend überrannt mit Anfragen.

Das DC dVET wird in Kürze einen Newsletter zum Thema «Neue Technologien & dual VET» versenden. Die Nutzung von neuen Technologien ist eines der Schlüsselelemente, um in der aktuellen Krise Ausbildungen fortsetzen zu können. Wir haben bei verschiedenen Projekten und Experten nachgefragt, ob und wie neue Technologien eingesetzt werden können und welches besonders vielversprechende Ansätze sind. Melden Sie sich hier an, um mehr zu erfahren.

Zudem haben wir im Mai eine Reihe von Webinaren zu verschiedenen Themen im Bereich der dualen Berufsbildung durchgeführt. Der Schwerpunkt der Webinare lag zwar nicht auf Fragen im Zusammenhang mit COVID-19, die Herausforderungen in der aktuellen Situation wurden aber verschiedentlich thematisiert. Die Dokumentation der DC dVET Webinare aus dem April und Mai finden Sie hier, mit konkreten Hinweisen zur COVID-19 Thematik aus dem Webinar zum Thema Finanzierung dualer Berufsausbildung und dem Webinar zum Thema Kosten-Nutzen Analysen für Unternehmen (Question & Answers Session).

In den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle weitere Ansätze und Massnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Krise im Bereich der dualen Berufsbildung mit Ihnen teilen.